Kind sein in den 90ern – Wisst ihr noch?

Wer erinnert sich nicht gerne an die Zeit zurück, in der das Leben noch unbeschwert und die größte Sorge war, wie man seine Eltern dazu bringen konnte, ein Happy Meal bei McDonalds zu kaufen. Denn die typische Antwort à la „Wir haben Essen zu Hause“, hat unser 10-jähriges Ich so gar nicht zufriedengestellt. Auch, wenn diese Antwort jetzt mit einem schlanken Studentenbudget sehr gut nachzuvollziehen ist.

Samstage begannen oft mit einer riesigen Schale Choco Krispies vor dem Fernseher, wo ich eine neue Folge Hannah Montana, Hotel Zack & Cody oder Disneys große Pause schaute. Mit Glück wartete in der Cornflakes-Packung noch eine kleine Überraschung auf mich und ich konnte mein Frühstück mit einem Löffel genießen, der die Farbe wechselte, oder meine restliche Schokomilch aus einem knallbunten Strohhalm schlürfen.

Nach dem Frühstück ging es direkt nach draußen. Ich schwang mich auf meinen City-Roller und cruiste durch die Straßen meiner Nachbarschaft. Und ich erinnere mich noch zu gut an diesen süßen Schmerz, der mich durchfuhr, wenn ich mir das Teil gegen den Knöchel schlug. Nur zu übertreffen durch die Schmerzen, wenn meine Eltern mir mal wieder den Fahrradhelm im Kinn einklemmten.

Zum Trost bekam ich dann 50 Cent von meinen Eltern, mit denen ich mir beim nächsten Kiosk eine große Tüte mit Süßigkeiten zusammenstellen konnte. Was gar nicht fehlen durfte: Center Schock. Denn trotz aller Qualen wollte ich sie jedes Mal kaufen. Gelegentlich gab es auch einen Flic’n’Lic-Lutscher oder einen Monster-Wunderball. Hat es da wirklich mal jemand zum Kaugummi geschafft?

Als es dann sonntags nach dem wöchentlichen Märchen auf Kika zu meiner Freundin ging, verbrachten wir die meiste Zeit damit, sämtliche Serien von Super RTL bis Kika nachzuspielen und Fruchtzwergeis zu futtern. Besonders Cleo von H2O oder Bloom von Winx Club waren sehr beliebte Rollen, um die sich regelmäßig gestritten wurde.

Sonntagabends, wieder Zuhause, wurden schon mal die Diddl-Blätter und Pokémon-Karten im knallbunten Scout-Schulranzen verstaut, mit denen dann am nächsten Tag in der großen Pause gedealt werden sollte.

Und als es Zeit war ins Bett zu gehen wurde stattdessen noch heimlich unter der Bettdecke mit dem Nintendo DS gespielt. Es war ja schließlich wichtig sicherzustellen, dass es allen Dorfbewohnern bei Animal Crossing gut geht. In Momenten wie diesen erinnere ich mich noch an das Adrenalin, das mir durch die Adern schoss, als ich Schritte hörte, die sich langsam meinem Kinderzimmer näherten. Dann wurde blitzartig der Bildschirm zugeklappt und die Konsole unter dem Kopfkissen versteckt, in der Hoffnung, nicht entdeckt zu werden. Hat jedes Mal geklappt. Fast. War schon schön früher, oder?

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