Sommerzeit adé

Gestern wurde die Uhr um eine Stunde zurückgedreht. Bei einer EU-Umfrage zur Sommerzeit haben sich allerdings mehr als 80 Prozent für eine Abschaffung ausgesprochen. Vor allem die Deutschen machen deutlich: Die Uhr-alt-Regelung muss dringend weg.

Pünktlich zur Zeitumstellung klingeln bei Millionen Deutschen die Alarmglocken. Die alles entscheidende Frage lautet: vor, zurück, oben, unten, links, rechts? Merken kann sich das keiner so richtig. Wer zum Teufel hat das überhaupt erfunden? Die Schweizer waren es nicht, sondern die Kanadier 1908. Ja sag mal, ticken die noch ganz richtig? Der Herzinfarkt, den man beim Einsteigen in sein Auto am Tag nach der Zeitumstellung bekommt, geht also auf ihr Konto! Ganz so leicht kann man den Ahornblättern indes nicht die Schuld in die Schuhe schieben, denn in Deutschland hat man die Sommerzeit erst 1980 im Zuge der Ölkrisen eingeführt. Wie immer mit guten Absichten – man wollte Energie sparen. Das gelingt uns seither sagenhaft gut: ein Fünftel Prozent weniger.
Doch wie immer zeigen wir Deutschen uns als Fortschrittsmuffel: Laut einer Umfrage geht den Deutschen das regelmäßige Zeigerdrehen gewaltig auf den Selbigen. Sprich: Die Sommerzeit ist so beliebt wie Fußpilz. Auch auf EU-Ebene erhält die Zeitumstellung eine AbfUHR. An vorderster Front kämpft Nachteule und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker für (s)einen gesunden Biorhythmus – nach den ständigen Brexit-Marathonsitzungen. Doch bis die innere Uhr endlich ganzjährig im Gleichgewicht ist, wird es wohl dauern.

Die Sommerzeit wird frühestens 2021 ihr letztes Stündlein schlagen, denn erst müssten sich die EU-Länder auf eine einheitliche Zeit einigen. Viele Politiker befürchten sonst das Ende eines vereinten Europas. Am besten stellt man die Uhr dann gleich von Sonntagabend auf Freitagmittag zurück. Davon hätten dann wenigstens alle was. Oder wir führen die spanische Siesta ein – von 14 bis 16 Uhr einfach mal Pause machen. ‘Ne Runde hinlegen, einfach mal verschnaufen, entschleunigen. Produktiv sind wir dann ohnehin nicht mit dem Teller Spaghetti im Bauch. Dann wäre es noch schön, wenn wir zu osteuropäischer Zeit beginnen könnten zu arbeiten  – also eine Stunde später. Und was spricht eigentlich gegen den julianischen Kalender? Weihnachten am 6. Januar: schneesicherer wäre das allemal.

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