Tourismus digital

Internet, Digitaltechnologie und Billiganbieter haben das Reiseverhalten verändert. Für fünf Euro quer durch Europa – keine Utopie mehr. Das Reisebüro spielt hierbei kaum noch eine Rolle.

Billig-Airlines erobern Europa. Fliegen ist heute wesentlich günstiger als früher. Bereits für zehn Euro kommt man mit Billig-Airlines in Metropolen wie London. Die irische Airline Ryanair bietet schon für fünf Euro Flüge zu europaweiten Zielen an. Mit ein wenig Glück kommt man bereits für zwei Euro von Hamburg nach Brüssel. Dass das Konzept der Billig-Airline aufgeht, zeigen neue Zahlen aus dem Jahr 2016: Ryanair ist Europas größte Airline, die 117 Millionen Passagiere im Jahr 2016 transportierte. Ebenfalls die Ticketpreise für Langstreckenflüge sind deutlich günstiger geworden. Ein Flug nach Sydney kostete beispielsweise vor 30 Jahren stolze 2125 Mark (1087 Euro) – heute bekommt man ein Ticket bereits schon ab 500 Euro, also um die Hälfte günstiger als damals.

Die Anzahl der Flüge weltweit steigt an. Während im Jahr 2011 34,4 Millionen Flüge in die Luft stiegen, sind es im vergangenen Jahr bereits sechs Millionen Flüge mehr gewesen. Neben den Billig-Airlines erobern im Inland oder auch im nahen Ausland Fernbusse ebenfalls seit einigen Jahren den deutschen Reisemarkt. Deutschlands größtes Streckennetz weist die Buslinie „FlixBus“ mit über 700 Reisezielen auf. Ob von München nach Hamburg oder Prag – Bustickets ab 15 Euro machen eine Reise bereits möglich. Auch wenn heutzutage günstig Bus- und Flugtickets ergattert werden können – das beliebteste Reiseverkehrsmittel für 55 Prozent der Deutschen bleibt das Auto.

Das Internet ist das neue Reisebüro

Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 buchen acht von zehn Verbrauchern ihre Reisen online. Das traditionelle Reisebüro verliert für viele zunehmend an Bedeutung. Online-Buchungen sind für Verbraucher längst selbstverständlich. 80 Prozent buchen Leistungen wie Flüge, Unterkünfte oder Mietwagen im Netz. Schaut man in die Zukunft, sind sich 71 Prozent der Experten sicher: Die Digitalisierung wird das Reisen enorm verändern, sodass im Jahr 2025 der komplette Prozess von der Buchung bis zur Rückschau auf die Reise digital abgewickelt sein wird.

Im Vergleich zu älteren Generationen ist die jüngere Generation als soziale, verbundene Generation bekannt, die ihren Horizont erweitern will. Eine Studie von Airbnb zeigt, dass die heutige Generation eher reisen als ein Haus kaufen würde. Durch die Globalisierung und die Digitalisierung hat sich das Weltbild für junge Menschen enorm verändert. Die Welt ist zu einem überschaubaren Ort geworden. Es gibt kaum Länder, die nicht bereist werden können. Junge Menschen möchten weltoffen, selbstbestimmt und unabhängig sein. Die Generation vor ihrer Zeit lässt sich unter anderem als heimatgebunden und abhängig beschreiben.

Auch bei der Frage nach dem Reisegepäck lassen sich Unterschiede aufzeigen. Eine Studie der Internetseite Expedia zeigt auf, dass heute wie damals für 52 Prozent der Befragten der Reisepass am unverzichtbarsten ist. Die EC- und Kreditkarte folgt mit 33 Prozent. Für 45 Prozent aus der Generation der 18- bis 29-Jährigen ist das Smartphone auf Reisen wichtiger als die Zahnbürste.

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