Welcher Feiertag darfs sein?

Ein weiterer Feiertag im Norden? Das ist doch eine coole und auch verdiente Sache, oder? Der katholische Süden hat schließlich viel öfter frei. Die niedersächsischen PolitikerInnen machen es unnötig kompliziert, wie Annika Winter feststellt.

Unser Bundesland Niedersachsen macht es sich gern mal kompliziert. Ein neuer Feiertag für Norddeutschland? Erstmal bricht eine Debatte aus, welcher Tag denn nun am besten geeignet wäre. Eigentlich amüsant, wenn das Thema nicht fast zerredet würde.

Wie immer steht die FDP strikt an der Seite der Unternehmen im Land, ist also eher gegen einen weiteren Feiertag (zu teuer!). Die CDU und auch die SPD von Niedersachsen finden den 31. Oktober (Reformationstag – evangelisch), für den sich die restlichen Nordländer entschieden haben, ganz passend und dann, tja, dann kommen die Grünen. Deren Fraktionsvorsitzende Anja Piel ist, wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, gegen den Reformationstag und eher für den Weltfrauentag am 8. März. Denn anscheinend gibt es mehr Niedersächsinnen als Protestanten im Land. Und außerdem möchte Piel noch die jüdische Gemeinde, die Muslime und auch die humanistische Union fragen. Wäre es dann nicht korrekt, alle Männer in Niedersachsen zu fragen, ob sie sich dann nicht übergangen fühlen?

Alternativ wurde dann auch noch der 9. Mai (Europatag) mit in den Feiertagslostopf geworfen. Passt immer. Fragt sich, wie es damals die bayrische Landesregierung geschafft hat, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen zu selbstverständlichen und unantastbaren gesetzlichen Feiertagen zu machen, gegen die keine religiös motivierten Proteste bekannt sind. Haben sie vielleicht einfach dankend drei freie Tage still und leidend hingenommen? Wir wollen doch einfach nur einen Tag frei!

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