WG-Survivalguide

Das Leben in einer WG ist kein Ponyhof – verschiedene Ansichten treffen auf versifftes Geschirr und überfüllte Mülleimer. Was vor dem Einzug in eine WG zu beachten ist und wann eine WG vielleicht doch nicht optimal ist.

Das Studentenleben steht vor der Tür. Zeit, um sich eine Wohnung zu suchen. Eine beliebte Wohnform bei Studierenden ist die WG, laut einer Studie von welt.de wohnen 35 Prozent aller Studierenden so.

Vor dem Einzug

Vor dem Einzug solltest du mit deinem Vermieter reden, ob du deine neuen Mitbewohner schon vorab kennenlernen kannst. Vielleicht haben sie ja eine E-Mail-Adresse oder Handynummer hinterlegt. Dadurch kannst du schon mal abchecken, wie sie drauf sind, ob sie vielleicht sogar ähnliche Interessen haben wie du und ob das Zusammenleben eher einfach oder kompliziert wird. WG-Casting? Verstell dich nicht, sondern sei ganz du selbst! Und sei nicht enttäuscht, wenn es mal nicht sofort klappt.

Was du auf jeden Fall beachten solltest: Eine WG kann funktionieren, muss sie aber nicht. Es kommt ganz darauf an, wie ihr miteinander umgeht und ob ihr offen seid für Kritik. Denn die wird es früher oder später geben, auch wenn es nur um den mal wieder nicht geleerten Mülleimer geht.

Wenn es dir möglich ist, vor dem Einzug mit deinen Mitbewohnern zu sprechen, dann solltest du direkt abklären, wer von euch was für die gemeinsame Benutzung mitbringt. Dinge wie einen Küchentisch, Stühle oder einen Duschvorhang braucht man ja nicht gleich doppelt. Also vorher fragen, was schon da ist.

Was man auch schon vor dem Einzug klären kann: Sollen die Nebenkosten von allen Konten abgebucht werden? Oder überweist nur einer, der die Anteile dann von den Anderen wiederbekommt? Und wer bestellt den Internetanschluss auf seinen Namen? Hier gibt es auf jeden Fall Redebedarf, denn gerade Dinge wie Nebenkosten müssen frühstmöglich angemeldet werden, sonst habt ihr bald nur noch kaltes Wasser – oder gar keins.

Die erste Woche

Nun lebst du in einer WG. Du und deine Mitbewohner habt euch beschnuppert und ihr seid zum Entschluss gekommen, dass es mit euch in einer Wohnung funktionieren wird? Super! Doch ohne etwas Arbeit von euch wird nicht immer alles so toll bleiben.

Klärt am besten schon in den ersten Tagen, wie ihr Aufgaben wie Putzen, Einkaufen und Ähnliches handhaben wollt. Putz- und Einkaufspläne für Dinge, die ihr gemeinsam nutzt, sind nicht nur hilfreich, sondern verhindern auch, dass sich einer dumm und dämlich bezahlt und die anderen ihr Geld bei sich behalten. Zwei oder mehr Leute und nur ein Kühlschrank? Teilt die einzelnen Fächer untereinander auf, so wird niemandem etwas weggegessen und man weiß immer, was man noch vorrätig hat. Auch solltet ihr jetzt langsam den Internetanschluss anmelden, das kann sich nämlich manchmal ganz schön hinziehen.

Nach dem ersten Semester

Nun lebt ihr schon einige Monate zusammen. Die rosarote Brille ist verflogen und neben dem Stress in der Uni gehen dir deine Mitbewohner auf die Nerven? Das solltest du ändern. Sprich mit deinen Mitbewohnern – Kommunikation ist oftmals der Schlüssel zum Erfolg. Kleine Angelegenheiten wie zum Beispiel, dass ein/e Mitbewohner/in oft mitten in der Nacht duscht und dich damit aufweckt, können so ganz einfach besprochen werden, wenn beide Seiten kritikfähig und einsichtig sind.

Doch was, wenn es einfach nicht klappen will? Da hilft meist nur noch ein Umzug. Denn auch, wenn eine WG, laut einer Statista Umfrage von 2016, die beliebteste Wohnsituation der Deutschen ist und etwa 4,46 Millionen Menschen in einer WG leben: Manchmal passt es einfach nicht und man sollte in eine Single-Wohnung ziehen, wie bereits 22 Prozent aller Studierenden.

Dich zu diesem Schritt durchzuringen ist hart. Du wirst oft darüber nachdenken und am Ende doch wieder sagen, dass man es noch ein Semester lang versuchen kann. Doch manchmal muss man Schlussstriche ziehen – auch wenn diese den Aufwand eines Umzuges mit sich bringen.

Denke immer daran, dass die Zeit im Studium einmalig ist. In dieser Phase deines Lebens solltest du, nach Erzählungen diverser Alumni, die beste Zeit deines Lebens haben. Du solltest dich nicht mit Mitbewohnern rumschlagen müssen, die dir auf die Nerven gehen.

Checkliste für die erste WG

  • Küchenmöbel wie Tisch, Stühle oder Regale
  • Schlafzimmermöbel wie Bett, Schrank oder Kommode
  • Elektrogeräte wie Wasserkocher, Toaster oder Mehrfachstecker
  • Geschirr und Besteck
  • Mülleimer für eigenes Zimmer und Küche
  • Putzutensilien
  • Badeinrichtung wie Duschvorhang oder Badteppich
  • Gardinen oder Rollos
  • Lampen und Glühbirnen
  • Bettwäsche, Handtücher und Geschirrtücher
  • Werkzeug wie Hammer und Nägel
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