„Wir sitzen alle im selben Boot“ – Studienstart während Corona

Allein Zuhause, Kopfhörer auf, Bildschirm an – mittlerweile Studienalltag. Wie Studierende und Lehrende den Studienstart 2020 erlebten, schildern sie hier.

Im März 2020 führte die Corona-Pandemie auch in Deutschland erstmals zu größeren Einschränkungen. Seitdem findet die Lehre der Universitäten und Hochschulen zum Großteil nur noch digital und online statt. Lehrende und Studierende mussten sich an diese besondere Situation anpassen und gemeinsam neue Wege finden, das Studium auch ohne persönlichen Kontakt fortführen zu können. 

557 Studierende haben ihr Studium im Wintersemester 2020/21 an der Ostfalia am Standort Salzgitter begonnen, davon 231 im Bereich Medien. Viele von ihnen studieren das erste Mal. Für sie ist es besonders schwer, in den Uni-Alltag einzusteigen, ohne jemals erlebt zu haben, wie dieser denn aussieht. Quälende Fragen, sind: “Mache ich das richtig? Geht es den anderen, die ich nicht kenne, genauso?” Julia Schadebrodt studiert selbst im fünften Semester Medienmanagement und war in diesem Jahr für die neuen Studierenden Mentorin. Dadurch hat sie den Semesterstart intensiv begleitet und stand „den Erstis“ zur Seite. Sie berichtet: „Die größte Herausforderung für die Erstis war, denke ich, zum einen die Fragen, wie vernetzen wir uns untereinander, wie finde ich Freunde, wie lerne ich Leute kennen, aber auch wie geht die Uni los, wo muss ich jetzt hin, welcher Link ist der richtige. Wie mache ich das mit Zoom, wie mache ich das mit BigBlueButton?“

Ein Gefühl des Zusammenhalts

Denise Sommer, Professorin für Theorien der Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Ostfalia, hat alles in allem aber einen positiven Eindruck, denn „die Motivation ist spürbar, und die Studierenden haben sich schnell mit den besonderen Gegebenheiten arrangiert.“

Besonders überraschend ist eine erhöhte Form des gegenseitigen Verständnisses, welche sowohl von Seite der Lehrenden als auch von den Studierenden beschrieben wird. Frau Sommer meint hierzu: „Es ist eine andere Qualität des Kontaktes. Aber ich registriere zugleich eine große Rücksicht und ein gegenseitiges Entgegenkommen, sodass ich das Verhältnis insgesamt trotzdem als positiv wahrnehme.“ Tessa Niehaus, Medienkommunikations-Studentin im ersten Semester, beschreibt das Gefühl des Zusammenhalts als ein Gefühl, dass „alle im selben Boot sitzen“ und „alle offener“ miteinander sind. Krisen können eben auch zusammenschweißen.

Wie nehmen Erstsemester den ungewohnten Studienstart war?

Über Ablenkungen, technische Herausforderungen und auch mögliche Vorteile der Onlinelehre reden die Medienmanagement-Studierenden Daniela Hofmann und Lasse Ebbecke mit den Medienkommunikations-Studentinnen Charlotte Finck von Finckenstein und Tessa Niehaus im Podcast. Auch sie haben im letzten Jahr ihr Studium an der Ostfalia begonnen und somit in komplett ungewohnter Situation den Semesterstart bewältigen müssen.

Claudia Schloemp Mittelstaedt ist Mediendesign-Studentin im ersten Semester und kommt aus Brasilien. Insbesondere durch die Sprachbarriere und den Kulturunterschied war für sie die Situation herausfordernd. Auch sie berichtet, wie sie den Semesterstart wahrgenommen hat:

Wann ein Studienstart wieder wie gewohnt stattfinden kann, ist zurzeit noch unklar. Gerade für die Erfahrungen der Studierenden wäre es wünschenswert, dass ein normales Studentenleben bald wieder möglich sein kann. Bis dahin heißt es weiterhin Kopf hoch, alles im Rahmen der eigenen Möglichkeiten tun, um gesund zu bleiben und einige der positiven Erfahrungen des Zusammenhaltens auch mit in die Zeit nach Corona zu nehmen.

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