Das verbirgt sich hinter unserem Smartphone

Insgesamt stehen in jedem Haushalt im Durchschnitt 37 Unterhaltungs-Elektrogeräte. Eins davon: das Smartphone. Doch was sich eigentlich hinter der Herstellung unserer Handys verbirgt, ist den Wenigsten bewusst.

Eine teure Wohnung, das beste Handy, die neuesten Klamotten und das schnellste Auto. Der Konsum unserer Gesellschaft steigt täglich. Die Tabellen des Statistischen Bundesamts im Jahre 2017 zeigen: An Konsumgütern gibt es in Deutschland keinen Mangel. Im Schnitt besitzt jeder Haushalt drei Telefone, anderthalb Flachbild-Fernseher und etwas mehr als ein Auto. Was jedoch hinter der Produktion unserer technischen Geräte steckt, ist vielen unklar.
Zur Herstellung eines Smartphones werden beispielsweise viele Rohstoffe und viel Energie benötigt, dafür dass es meist nur ein bis zwei Jahre verwendet wird. In einem Smartphone sind ungefähr 60 verschiedene Rohstoffe enthalten. Der erste Schritt zur Herstellung eines Smartphones ist die Rohstoffgewinnung. Die Metalle Kobalt, Silber, Kupfer, Gold und Coltan müssen mühsam gewonnen werden. Diese werden dann in die Festplatten des Smartphones eingebaut. Größtenteils passiert die Bergung dieser Metalle unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit. Sie sind bis zu 300 Meter tief in den Minen, müssen die unerträgliche Hitze dort aushalten und schweben in Gefahr, jederzeit zu ersticken. Die MinenarbeiterInnen schuften zehn bis zwölf Stunden pro Tag und bekommen umgerechnet nur ein bis zwei Dollar dafür. Zudem müssen sie ihre Länder für ihre Minen hergeben oder werden im schlimmsten Fall von dort vertrieben. Die Demokratische Republik Kongo hat beispielsweise große und bedeutende Mineralressourcen und Edelmetalle. Mit diesem Reichtum hätten sie das Potenzial, eine der reichsten Länder Afrikas zu werden. Doch trotz dieser enormen Anzahl an Bodenschätze, leidet das Land unter Armut. In den westlichen Ländern bekommen wir von all dem so gut wie gar nichts mit, wir konsumieren und nutzen nur. Schon nach kurzer Zeit wird das alte Smartphone durch ein Neues ersetzt. Folge davon ist, dass die Smartphones meist auf illegalen Mülldeponien entsorgt werden und die ArbeiterInnen mühsam jedes Metall wieder auseinanderbauen müssen, damit es wiederverwendet werden kann.
Die spätere Zusammensetzung der Smartphones erfolgt in asiatischen Smartphone Fabriken. Dort geht es nicht um ein besonders gutes Arbeitsklima oder Spaß am Arbeitsplatz, sondern ausschließlich um Produktion und Schnelligkeit. Die MitarbeiterInnen tragen Schutzkleidung und Anti-Statische Armbänder. Diese sollen verhindern, dass ein Funke auf die Platinen überspringt und das Smartphone beschädigt. Jeder Arbeitsschritt wird anfangs genaustens überwacht. Es gibt mehrere Stationen, die das Smartphone durchlaufen muss. Am Anfang geht es nur darum, die Festplatten zusammenzubauen, später um das Äußere. Die größte Station ist das Fließband. Dies hat ein gewisses Tempo, woran sich die Arbeiter orientieren müssen. Alle zwei Stunden gibt es deshalb eine 15-minütige Pause, sonst ist die Arbeit zu anstrengend.
Vielleicht sollte man sich also bei dem nächsten Smartphone-Kauf nicht um die beste Kamera und das schönste Design kümmern, sondern sich fragen, wie viel Arbeit und Leid zugleich hinter so einem kleinen Gerät steckt und verantwortungsbewusster mit seinem Konsum umgehen.

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